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Ziemlich beste Nachbarn – Ein deutsch-niederländisch-flämisches Literaturfestival

Die literarische Nachbarschaft zu den Niederlanden und Flandern liegt dem Niederrheinischen Literaturhaus in Krefeld sehr am Herzen und wird mit dem entsprechenden Engagement gepflegt. Neben den vielseitigen Projekten, Lesungen mit Gesprächsrunden, Schreibwerkstätten etc. stehen auch immer wieder Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen die Literatur jenes benachbarten Sprachraums samt der Rezeption in Deutschland im Mittelpunkt stehen.

Preisgekrönte europäische Romane

So wurden beispielsweise im Rahmen des Europatags im Mai 2025 zwei „turbulente und preisgekönte“ europäische Romane vorgestellt. Einer davon stammt vom niederlandischen Autor Tom Hofland. Christiane Burkhardt stellte ihre deutsche Übersetzung „Nimms nicht persönlich“ vor, während Luis Ruby seine Übersetzung von „Ein sicherer Ort“ des spanischen Autors Isaac Rosa präsentierte. Mehr dazu kann man hier nachlesen sowie in unserm Blog-Artikel zu der Veranstaltung, die in Kooperation mit der Weltlesebühne e.V. stattfand.

Dieses Jahr am 8. August widmet das Niederrheinische Literaturhaus der niederländischen und flämischen Literatur ein kleines Festival: Drei Autorinnen stellen gemeinsam mit ihren deutschen Übersetzerinnen ihre Werke vor, wobei sie sich besondere Formate ausgesucht haben, die das der „normalen“ Lesung durchbrechen:

Das Festival – drei Autorinnen und ihre Übersetzerinnen 

Die niederländisch-ukrainische Autorin Lisa Weeda präsentiert gemeinsam ihrer Übersetzerin Birgit Erdmann ein mehrstimmiges Programm mit Ausschnitten aus den Romanen Aleksandra und Tanz, tanz, Revolution (Kanon Verlag). Zusätzlich wird es eine Premiere geben: Als Welturaufführung werden Passagen aus Lisa Weedas noch unveröffentlichtem Kinderbuch Ein schönes Buch über die Ukraine vorgestellt. Es wird gelesen und Szenen werden nachgespielt, es wird gefragt und geantwortet.

In einer für das Festival entwickelten Präsentation stellen die Autorin Nikki Dekker und ihre Übersetzerin Lisa Mensing die deutsche Fassung von Tieftiefblau (Residenz Verlag) vor: Hier verschmelzen Autofiktion und Nature Writing „zu einer atmosphärischen Erzählung über Identität, Zugehörigkeit und das Leben jenseits gesellschaftlicher Erwartungen“. Neben einer Reise durch den Roman und seine Unterwasserwelten gewähren die Autorin und die Übersetzerin Einblicke in ihre Schreib- und Übersetzungsprozesse.

Gemeinsam gehen die Autorin Tülin Erkan und ihre Übersetzerin Jule Hayen der Frage nach, ob man wohl „rote Ohren“ bekommt, wie es auch auf Niederländisch heißt, wenn man Erotik schreibt bzw. übersetzt – und wo die Grenze zwischen sinnlich und peinlich verläuft – und ob sie sich beim Wechsel zwischen den Sprachen verschiebt.

Die Basis für dieses Gespräch bildet das deutsch-niederländische Übersetzungs- und Ausstellungsprojekt Rote Ohren, eine Kooperation des Vlaams-Nederlands-Huis deBuren mit der Universität Münster, das von Jule Hayen koordiniert wurde. Im Rahmen des Projekts wurden zwölf niederländischsprachige Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzt, eingesprochen und illustriert. Eine davon ist Tülin Erkans Kurzgeschichte Star, in der es um die Erfahrung von Sexualität als blinde Person geht.

Zwischen den drei Programmpunkten wird es passende Musik geben, aufgelegt von DJ Ose.

Das Festival Ziemlich beste Nachbarn wurde von Christoph Wenzel, Stefan Wieczorek und Thomas Hoeps kuratiert.

Alle Details zum Programm, Ablauf und der Location (Altes Stadtbad) finden sich hier.

B.E.