Im Städtchen Sulzbach-Rosenberg, im Gebäude des Amtsgerichts, befindet sich das Literaturhaus Oberpfalz mit seinem Herzstück, dem Literaturarchiv. Gegründet wurde es 1977 von dem Literaturwissenschaftler und Autor Walter Höllerer, der aus dieser Kleinstadt in der Oberpfalz stammte.
Ein Haus in der Oberpfalz gewährt Einblick in die deutschsprachige Literatur seit 1945
Zu den Aufgaben des Archivs gehören neben der Förderung und Vermittlung von Literatur der Gegenwart insbesondere die Sammlung, Archivierung und Aufarbeitung von Materialien zur deutschsprachigen Literatur seit 1945, wie Korrespondenzen, Manuskripte, Vor- und Nachlässe. Das Übersetzungsarchiv beherbergt u.a. die Nachlässe der Übersetzerinnen Ragni Maria Seidl-Gschwend (Italienisch) und Verena Reichel (Schwedisch, Norwegisch, Dänisch) und den Vorlass von Helga Pfetsch, die aus dem amerikanischen Englisch übersetzt.
Seit kurzem bereichert auch das Archiv des Literarischen Colloquiums Berlin, das 1961 ebenfalls von Höllerer gegründet wurde, das Oberpfälzische Literaturarchiv.
Das Archiv wird ergänzt durch ein Museum mit einer Dauerausstellung sowie wechselnden Sonderausstellungen. Es eröffnen sich vielseitige Blicke auf die deutschsprachige Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Umfangreiche Autorenkorrespondenzen verdeutlichen, wie sich der Literaturbetrieb nach 1945, allen voran die „Gruppe 47“, entwickelte.
Sonderausstellung zum Übersetzen von Literatur
Die Übersetzung hat eine zentrale Bedeutung für die deutsche Literatur sowie auch die Literaturen anderer Sprach- und Kulturräume.
„Wie Übersetzungen entstehen und unser Bild fremder Kulturen prägen“, heißt es im Untertitel der aktuellen Sonderausstellung im Museum des Literaturarchivs. Sie widmet sich anhand der Dokumentation des Literaturarchivs den vielfältigen Thematiken rund um das Übersetzen.
Übersetzerinnen und Übersetzer ermöglichen mit ihrer Arbeit den literarischen und kulturellen Transfer – sie überwinden Grenzen und schaffen den Raum zum Austausch der Kulturen. Ohne sie ist Weltliteratur undenkbar. Und das gilt für alle literarischen Genres.
In der Ausstellung geht es u.a. um den Prozess des Übersetzens, der schließlich einen Text in einer anderen Sprache hervorbringt ebenso wie um die Auswahlkriterien für Texte, die übersetzt werden und die Rolle, die Verlage und der Buchmarkt dabei spielen. Und schließlich wird auch der Frage nach einer speziellen „Poetik des Übersetzens“ nachgegangen.
Rahmenprogramm
In den Wochen nach der Ausstellungseröffnung am 8. Oktober fanden verschiedene Veranstaltungen zum Thema Übersetzen statt. Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm gibt es hier.
Die Ausstellung kann noch bis zum 31. Mai 2026 besucht werden. Für das kommende Jahr sind weitere Veranstaltungen geplant. Informationen dazu werden jeweils auf der Website des Archivs veröffentlicht.
B.E.


