Eine Schriftstellerin unterwegs quer durch Deutschland: Unter dem Titel Warum Tiger keine Sterne und Autorinnen keine Übersetzerinnen fressen beginnt am 15. April 2026 eine Lese- und Gesprächsreise mit insgesamt sieben Etappen: Von Frankfurt am Main geht es über Göttingen nach Berlin und Heidelberg. Die Reise endet am 23. April in Tübingen.
Eine literarische Reise durch Deutschland
Die französisch-britisch-tunesische Schriftstellerin Cécile Oumhani trifft auf ihre deutschen Übersetzerinnen: Regina Keil-Sagawe in Frankfurt, Göttingen und Heidelberg sowie Tanja Langer in Berlin, die dort auch ihre Verlegerin im Bübül – Verlag ist.
Im Gespräch mit den Übersetzerinnen stellt Cécile Oumhani ihren aktuellen Roman Denn Tiger fressen keine Sterne (Schiler & Mücke 2025) vor. Am Ende der Reise trifft die Autorin in Tübingen auf ihre Verleger Hans Schiler und Tim Mücke, in deren Verlag der Roman erschienen ist.
Beim Auftakt in Frankfurt am 15. April, 19:30 wird unsere Team-Kollegin Barbara Neeb von der Digitalen Weltlesebühne ein Video drehen, das demnächst auf dem YouTube-Kanal der Weltlesebühne zu sehen sein wird. Hier geht’s zu der Veranstaltung:
studio pompette Buch & Wein
Berger Straße 122
60316 Frankfurt am Main
Schreiben – und die Frage nach der eigenen Identität
Zentral in Cécile Oumhanis Schreiben steht die Frage nach der eigenen Identität:
Lange Kindheitsaufenthalte bei der Familie ihrer Mutter im anglophonen Kanada, lassen sie bereits früh „Irritation und Vertrautheit im Wechselbad verschiedener Kulturen“ erleben. Die Begegnung mit Tunesien als junge Erwachsene bereichert ihre Vorstellungskraft nachhaltig. Jahrzehnte später erfolgt ihre Annäherung an Indien auf den Spuren ihrer Vorfahren, britischer Kolonialbeamter, die sie hier erstmals in diesem Roman thematisiert.
Im Gespräch mit den beiden Übersetzerinnen „reflektiert sie das Leben, das Schreiben und Übersetzen zwischen den Kulturen am Beispiel dieses schmalen Indienromans, in dem sie mit scheinbar leichter Hand eine Fülle von Lebensläufen zwischen Berlin, Kalkutta und Kabul auffächert“.
„Ergänzt wird der Roman durch den aktuellen Essayband Ma mère et l’amour de l’écriture/ Meine Mutter und die Liebe zum Schreiben (Bübül 2025), der sich zusammen mit dem 2024 gleichfalls bei Bübül erschienenen und von Tanja Langer übersetzten Künstler-Essay Ma mère et la peinture / Meine Mutter und die Malerei als dessen (auto)biographische Unterfütterung lesen lässt“.
Die Veranstaltungen in Frankfurt, Göttingen und Heidelberg finden in Kooperation mit der Weltlesebühne e.V. statt.
Informationen zu allen sieben Terminen hier auf der Website der Weltlesebühne.
Die Autorin und ihre Übersetzerinnen
Cécile Oumhani, geb. 1952 in Namur (Belgien), stammt aus einem kosmopolitischen Elternhaus.
Für ihr umfangreiches Werk in Französisch und Englisch erhielt sie zahlreiche Literaturpreise, u.a. für ihr Gesamtwerk den europäischen Literaturpreis der Frankophonie „Virgile“. Sie ist Gründungsmitglied des europäischen Schriftstellerinnenparlaments und Redaktionsmitglied des internationalen Kulturmagazins „Apulée“. Sie lebt in Paris.
Regina Keil-Sagawe, geb. 1957 in Bochum, übersetzt seit über 35 Jahren Literatur aus dem frankophonen Maghreb, u.a. Titel von Habib Tengour und Mohammed Dib, Driss Chraïbi und Albert Memmi, Boualem Sansal und Azouz Begag, Yasmina Khadra und Mahi Binebine. Von Cécile Oumhani übertrug sie zuvor den Roman „Tunisian Yankee“ (Osburg 2018) ins Deutsche. Sie lebt in Heidelberg, kuratiert dort seit 2007 den „Maghrebtag“. Sie ist Mitrglied der Weltlesebühne e.V., die sie 2012 auch in Heidelberg etablierte. Im Sommersemester 2026 bekleidet sie eine DÜF-Gastdozentur an der Universität Göttingen.
Tanja Langer, 1962 in Wiesbaden geboren, arbeitet(e) als Fotografin und Journalistin, Theaterregisseurin und Ausstellungskuratorin, als Textdichterin für Neue Musik und als Romanautorin zu Themen wie Erinnerung und Geschichte, Identität, Liebe, Verlust und Kunst, z.B. zu Heinrich von Kleist und Edvard Munch. Ihre Werke wurden ins Französische und Schwedische, ins Litauische, Englische, Italienische und Polnische übersetzt. 2016 gründet sie den Bübül-Verlag und gibt dort eine bilinguale Reihe mit Texten u.a. von Pajand Soleymani (iranisch-deutsch), Miguel Maldonado (spanisch-deutsch), Habib Tengour (französisch-deutsch) oder eben auch Cécile Oumhani heraus, deren oben erwähnte Essays sie weitgehend persönlich ins Deutsche übertrug. Sie lebt in Berlin.
B.E.


