30. September – Veranstaltungen rundum den Hieronymustag 2026

Weltweit wird jährlich am 30. September der Welttag der Übersetzung, der Hieronymustag gefeiert.

Im deutschen Sprachraum ehrt dieser Tag den Heiligen Hieronymus, der im 4./5. Jahrhundert n.Chr. das Alte Testament vom Hebräischen ins Lateinische übersetzte und als Schutzpatron und Urvater der Übersetzer gilt. Sein Todestag ist der 30. September.

Veranstaltungen der Weltlesebühne zum Hieronymustag 2026

Auch 2026 widmet die Weltlesebühne diesem Tag wieder eine Reihe spannender Veranstaltungen rund um das Übersetzen von Literatur.

Albrecht Dürer
„Hieronymus im Gehäuse“
Screenshot

Los geht es am 29. September in Berlin, um 19:30 in der Ocelot Buchhandlung mit Tschechien übersetzen: Gespräch und Lesung mit den Übersetzerinnen Eva Profousová und Barbora Schnelle, moderiert von Claudia Hamm. 2026 ist Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse und  einer alten Ocelot-Tradition folgend stellen am Internationalen Übersetzertag Übersetzer:innen die Literaturlandschaft des Gastlandes vor, führen in die Besonderheiten von dessen Sprache und die Begegnung mit seiner Literatur ein.

Ebenfalls in Berlin lädt Elina Kritzokat, Übersetzerin aus dem Finnischen,am Hieronymustag 30. September um 16:30 zum Bilderbuchkino in die Kinderbuchhandlung Krumulus ein: Elina Kritzokat liest aus dem Buch Tatu & Patu und ihre verrückte Zugfahrt von Aino Havukainen und Sami Toivonen und erzählt kindgerecht übers Übersetzen. Für alle von ca. 4-7 Jahren!

Herzbücher und Brotbücher? heißt es in Heidelberg am 30. September, 19:00 im Museum Haus Cajeth: Die Rebekka-Preisträgerin 2026 Silvia Morawetz diskutiert mit dem Übersetzer-Ehepaar Sabine Müller und Holger Fock eine äußerst spannende Frage: Sehen sich qualifizierte Übersetzer*innen aufgrund der zumeist bescheidenen Honorare genötigt, aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft zwischen Herzbüchern und Brotbüchern zu unterscheiden? Wenn dem so ist, welcher Auftrag fällt dann bei wem aus welchen Gründen in die eine oder andere Kategorie? Es moderiert Regina Keil-Sagawe.

In Köln, ebenfalls am 30. September, 19:00 in der Buchhandlung Siebter Himmel geht es um ein hoch brisantes Thema: Das Unvorstellbare übersetzen: Larissa Bender und Leonie Nückell haben gemeinsam „Gaza. Überlebensberichte aus einem zerstörten Land“ von Samar Yazbek übersetzt. Erfahrungsberichte, in denen unmittelbar von Grausamkeiten, Verlusten, Zerstörung und gezielter Vernichtung die Rede ist. Können solche Übersetzungen angesichts der beschriebenen Brutalität Empathie hervorrufen oder stoßen sie eher auf Ablehnung und Ignoranz? Die Moderation übernimmt Sabine Müller

Albrecht Dürer: St. Hieronymus im Gehäuse

 …Und noch viel mehr zum Hieronymustag

Nicht nur die Weltlesebühne feiert den Hieronymustag. Auch andere Organisationen und Vereine laden zu speziellen Veranstaltungen ein:

Der AVÜ – AudioVisuelle Übersetzer*innen e. V.  – veranstaltet zum Welttag des Übersetzens in Berlin, S4G School of Games, 19:00 ein Event zum Thema Videospiel-Übersetzung. Information zum Programm sowie kostenfreie Anmeldung hier.

Übersetzerinnen und Übersetzer von Videospielen berichten über ihre Arbeit und bieten spannende Einblicke in die Welt der Games und in die Übersetzung der Spiele. Mit Andreas Gruner (Übersetzung), Nele Katzwinkel (Übersetzung), Christian Hoffmann (Übersetzung, LQA, Lektorat), Anabel Mertz (Übersetzung, LQA). Es moderiert Dom Schott, Spielejournalist und Podcaster.

In Halle/Saale, 30. September, 18:00, Welcome-Treff, geht es um Literaturübersetzen aus dem Japanischen. Franziska Riedel (seit 2021 freie Lektorin und Übersetzerin) erzählt in lockerer Runde von ihrer Arbeit und den Herausforderungen, die das Übersetzen aus dem Japanischen mit sich bringt. Diese Veranstaltung ist gleichzeitig ein Beitrag zur Interkulturellen Woche 2026 in Halle (Saale). Die Teilnahme ist kostenlos.

In Hamburg gibt es am 30. September in der Bücherstube Fuhlsbüttel ein Gespräch und Lesung mit Cornelius Hartz

In Leipzig, 30. September, 14 Uhr, Raum 016 im Literaturhaus Leipzig findet ein Workshop zum Moderieren von Übersetzungslesungen mit Maria Hartmann statt. Der Workshop ist vorrangig gedacht für Übersetzer*innen. Die Teilnahme ist kostenlos und nur mit Anmeldung möglich: info@faehre-sachsen.de

Ebenfalls am 30. September, 19 Uhr, Literaturcafé im Literaturhaus Leipzig, heißt es Gedichte, Geschichte, Gegenwartsgeschichten -Leipziger Literaturübersetzer*nnen im Gespräch über ihre aktuellen Bücher

In München, am 30. September, 18 Uhr, Saal im Literaturhaus München findet Ein Hieronymus-Lesefest der Münchner Literaturübersetzenden statt. Acht renommierte Mitglieder des Münchner Übersetzerforums e.V. lesen aus ihren Lieblingsprojekten aus acht Ländern und mehreren Jahrzehnten und Epochen… Mit: Alexandra Baisch, Christiane Buchner, Silke Kleemann, Kristin Lohmann, Katharina Martl, Regina Rawlinson, Luis Ruby und Rosemarie Tietze Moderation: Hanna Hesse

Von Nord nach Süd – von West nach Ost gehen in Deutschland Literaturübersetzer*innen an die Öffentlichkeit, um ihre Arbeit vorzustellen und Menschen für die Bedeutung des Übersetzens zu sensibilisieren. Sie nehmen das Lesepublikum mit auf Reisen in die vielschichtige Welt des Literaturübersetzens. Professionell, informativ und durchaus auch unterhaltsam!  

Barbara Engelmann